Talwechsel und Folge 1 von: Was denkt der eigentlich die ganze Zeit?
Heute ging es aus dem Nonstal in das Ultental – hier wusste ich schon vorher, dass das Tal ziemlich touristisch ausgebaut ist. Umso schwieriger ist es nämlich, als Alleinreisender für eine einzelne Nacht in der Hochsaison ein Zimmer zu kriegen.
Das Anlaufnehmen in die höheren Berge ging weiter: Mein Übergang unterhalb der Schöngrub war auf nicht ganz 2.400m.
Bilder gibt es heute nicht so viele, es war einfach kein Fotowetter. Immer zogen irgendwelche Wolken durch die Gegend. Morgen wird’s übrigens nicht besser, eher nässer.
Als Ausgleich fange ich mal damit an zu erzählen, was mir so durch den Kopf geht, wenn ich stunden- und tagelang allein durch die Gegend stiefle.
Zum Beispiel denke ich mir messerscharfe Formulierungen und Argumentationen aus, mit denen ich Leute konfrontiere, mit denen ich in einem Konflikt bin. Ich gestalte dabei manchmal ganze Dialoge bis zur Perfektion. Irgendwie macht das sogar Spaß und reinigt die Seele. Denn am Schluss wird mir meistens klar, dass es völlig doof und unnötig ist, sowas in die Realität umzusetzen. Hauptsach, ich weiß, dass ich es könnte 🙂 Angefangen hat das übrigens nicht beim Wandern, sondern beim Joggen. @Cora: Auf die Idee des heutigen Dialogs hast du mich gestern Abend gebracht…
Eigentlich wollte ich ja bei dem Projekt zum Bergphilosophen werden und so tolle Sprüche erfinden wie „Wirklich oben bist du nie“. Aber das wird definitiv nix. Mich interessiert aber, wer von euch ohne Nachschlagen weiß, von wem der Spruch ist – na? Ich bin gespannt, von wem ich auf welchem Kanal eine Antwort bekomme.

Endlich mal über der Waldgrenze . 
Blick zurück ins Nonstal 
Eigentlich wollte ich noch gschwind hoch auf den Schöngrub, aber im Nebel bringt’s nix. 
Blick nach vorne vom Sattel aus ins Ulttental. 
Ziegenherde als Gemsenersatz 
Von oben kommend wusste ich da noch nicht, … 
…, dass die Spitzner Alm bewirtschaftet ist und für mich Speckknödelsuppe und (von der Wirtin aufgedrängt) Rosmarinschnaps bereit hielt. Richtig schön da oben. 
St. Walburg im Ultental. Eines der Häuser links ist der Eggwirt, bei dem ich heute nächtige und verköstigt werde.