Tschüs Südtirol, hallo Veltlin
Ich habe einige Stunden des Wandertages gebraucht um zu kapieren, dass ich heute nach 16 Wandertagen – über 2 Jahre verteilt – Südtirol verlasse. Das Stilfser Joch ist die Grenze zwischen Südtirol und dem Veltlin, in dem ich mich die nächsten Tage rumtreiben werden.
In Wirklichkeit ist es sogar ein Dreiländereck, denn auch die Schweiz kommt dem Joch ganz nah. Ich glaube, nur etwa 200-300 m.
Mich verbinden mit dem Stilfser Joch ganz alte Erinnerungen. Zweimal war ich da im Sommer zum Skifahren. Das ist allerdings fast 50 Jahre her. Ich kann mich noch bestens an den Korblift erinnern, in dem man zu zweit stand. Eigentlich meine ich, dass man da auch mit Ski im Juli bis zum Pass runterfahren konnte, aber es kann schon sein, dass ich mich ziemlich täusche.
Sicher ist aber, dass ich in einem Jahr in Trafoi gewohnt habe in dem Gasthaus, das die Eltern meines Idols Gustav Thöni betrieben haben und das er dann später auch weiter ausgebaut und betrieben hat. Von der Berglhütte aus hab ich es erkannt und der Hüttenwirt hat das bestätigt 🙂
Sicher ist auch, dass ich im anderen Jahr am letzten Tag meinen Völkl Sapporo geschrottet habe und mit einem Ski runter musste.
Der Lago di Cancano, an dem ich jetzt bin und morgen auch meinen Pausentag verbringe, liegt ziemlich in der Mitte zwischen den beiden Skizentren Livigno und Bormio. Ich habe das Gefühl, dass die Vegetation hier deutlich „südlicher“ ist als in den letzten Tagen. Mal schauen, ob ich das morgen auch auf Fotos anschaulich machen kann.

Über das Stilfser Joch wird derzeit eine neue Hochspannungsleitung gezogen. Ganz schön aufwändig sowas. 
Das Joch. Und nur da ganz oben auf dem weißen Fleck kann im Sommer noch Ski gefahren werden. Und inzwischen gab es auch schon Sommer, in denen der Betrieb eingestellt werden musste. 
Die Sportgeschäfte am Pass haben sich stärker auf Radler eingestellt. Überall gibt es entsprechende Radtrickots. 
Später ergab sich noch ein Tele-Blick auf das Skigebiet. Sportler habe ich keine entdect. 
Das schmucke Schweizer Zollhaus am Umbrailpass. Der war vor 50 Jahren noch nicht asphaltiert. Schon seltsam, an welche unwichtige Dinge man sich so lange erinnert. 
Das ist einfach ein weißes Täfelchen mit nix? Weit gefehlt: Es ist ein total verblichenes Via Alpina Schild. Ich bin seit heute nämlich wieder drauf. 
Und jetzt zeigt sich doch glatt neben dem Ortler die Königsspitze, die ich die letzten Tage immer vermisst hatte. 
Nochmal, näher geholt. 
Hier geht’s runter nach Bormio 
Und hier auf der Bocchetta di Forcola zeigen sich wieder einmal Anlagen aus dem ersten Weltkrieg. 
Abschied vom Ortlermassiv. 
Und gleichzeitig taucht der nächste Gletscherriese am Horizont auf: Die Bernina. 
Das Skigebiet von Bormio 
Pferd, Esel oder Muli? Ist ein Esel, oder?