Zwischentag im Tal der Wunder

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Aufgeregter Vater erwartet Sohn

Wie verbringen wir diesen Zwischentag? Man könnte auf den Gipfel des Mont Bégo steigen, dann haben wir wenigstens ein Gipfelerlebnis. Aber die Sicht – naja. Es gibt Führungen zu den Felszeichnungen im Tal der Wunder. Aber in französisch und die morgendliche eh ausgebucht. Naja. Außerdem kommt heut Jochen. Sind die geplanten Busse denn gefahren? Hat er den Einstieg in den Hüttenzustieg gefunden? Wie lange braucht er wohl? Er ist schließlich nicht akklimatisiert und es geht gleich über 2.500 m. Und überhaupt: Keinerlei Netz. Oh je, oh je.

Cora beruhigt den überbesorgten Vater, wir steigen gleich morgens auf den Bégo, sehen oben nix, drunter ein bisschen,  haben aber irgendwo unterwegs Netz und die Nachricht: „Bin geich im zweiten Bus“. Na immerhin.

Die Nachmittagsführung startet um halb zwei, wir beschließen, dass Cora versucht mitzukommen und ich Jochen ein bisschen entgegen gehe. Nur: Schon vor halb eins steht er da! Nicht mal gscheid geschwitzt hat er. Wunderbar, dann können wir ja alle drei zur Führung. Nur der Guide ziert sich, weil wir die einzigen Gäste sind und er findet, dass sein Englisch nicht gut genug ist. Wir überzeugen ihn und es ist wunderbar: Er führt uns an viele interessante  Stellen und kann uns sehr wohl fast alle Hintergründe auf Englisch erklären. Das Beitragsbild zeigt einen der vielen Felsen mit den „Zeichnungen“, die übrigens nicht gezeichnet, sondern ge@@@ sind. Die @@@ stehen hier für eine drehende Handbewegung, mit der mit einem spitzen Quarz Löchlein in den Fels gemacht werden, die aneinandergereiht eine Zeichnung ergeben. Auf den Detailbilder hoffentlich erahnbar.

Beim Abendessen sitzt Bettina, eine schweizerische Via Alpina Thruhikerin bei uns am Tisch. Sie hat also in etwa das, was ich auf 4 Jahre verteilt habe, in einer Saison am Stück absolviert. Es gibt jedes Jahr einige von ihnen. Mein Respekt und meine Hochachtung!

Dann die letzte Nacht in einem Refuge/Rifugio/Hütte.

Im Aufstieg zum Bégo.
Zeitweise freier Blick nach Süden.
Coras liebste Gipfelpose.
Hmm, eher so feldherrenmäßig. Oder der Gipfel als erlegte Beute?
Endlich mal nicht als Pässe- sondern Gipfel-Selfie.
Kurz ist beim Abstieg der Blick auf den Gipfel frei, aber bis die Kamera draußen ist, ist es zu spät.
Das einzige Schneefleckchen unterwegs. Hier hat es erheblich weniger geschneit als weiter nördlich.
So, zu den Zeichnungen: Hier ein Sammelsurium von allem möglichen.
Die Sense hier soll eine Hellebarde sein. Sagen die Wissenschaftler …
Eine der berühmten Zeihnungen, genannt „Der Christ“. Scheint eher nicht zu den frühen zu gehören, ist natürlich keine Christus-Abbildung, hat den Namen aber halt mal weg.
Das könnte ein Joch sein mit einer Art Pflug. Sagen die …
Sehr menschliche Abbildung, möglicherweise priesterliche oder göttliche. Sieht nach einem Tanz aus. Regentanz?