Ein Hauch von Abenteuer und Rennschnecken zur Hütte
Eine Etappe mit ziemlich viel auf und ab steht an, mit einem kurzen Abstecher nach Frankreich. Unser Hüttenwirt (nein, der Mann der Hüttenwirtin) hat uns gestern eine „einfache schnellere Route“ gezeigt, auf der wir viel weniger Höhenmeter machen müssen. Ist nicht als Pfad in der Karte eingezeichnet, sei aber problemlos mit Pfadspuren, Steinhäufchen zu finden. Außerdem ist das Wetter auf der französischen Seite besser – klingt komisch, ist aber so, wie das Beitragsbild zeigt. Die Wolken kommen nicht vollständig über den Bergkamm drüber, obwohl sie immer wieder anrennen.
Also machen wirs. Wir planen die ungefähre Route per GPS als Anhaltspunkt. Das Wetter ist wunderbar beim Start, auch die Sicht vom ersten Col. Wir finden den Pfad so ungefähr, aber irgendwann wird das Gelände doch ein bisschen anspruchsvoller als wir erwartet hatten und wir beschließen ziemlich spontan, den vor uns liegenden Felsriegel doch lieber unten zu umgehen, statt drüber zu gehen. Blöder Entschluss, denn unten sieht alles wieder anders aus und uns ist die Orientierung jetzt irgendwie unklar (Das geht soweit, dass wir dem angezeigten GPS Standort misstrauen …). Jetzt die gute Entscheidung: Wir gehen wieder hoch zum letzten Punkt und schauen doch, wie es von dort weiter geht. Und siehe da, es geht weiter, und zwar relativ einfach. Uff, hätten wir das mal gleich angeschaut, hätten wir uns viel Unsicherheit und einige Höhenmeter in weglosem Gelände gespart. Tja, so isch halt manchmal.
Am Ende brauchen wir eher länger als bei der Ursprungsplanung, aber weil wir sehr früh gestartet sind, kommen wir keineswegs in Zeitdruck, sogar zu nem Mittagessen in einer Locanda reicht es.
Ab dem zweiten Col, zurück nach Italien, sind wir ziemlich häufig im oder unter dem Nebel, wie vorhergesagt. Für den letzten Aufstieg zum Rifugio Granero (etwa 650 Hm) nehmen wir uns wieder Schneckentempo vor, oben ist unsere Einschätzung dann eher, dass wir als Rennschnecken unterwegs waren.
Und jetzt die Überraschung: Die Hütte ist gut gefüllt. Eine riesengroße italienische Gruppe, eine mittelgroße französische Gruppe und diverse Einzelwanderer. Das Geheimnis: Wir befinden uns auf der „Gran Tour del Montviso“, scheinbar sehr beliebt, vor allem auch für Gruppen. Außerdem grenzt die Hütte auch an die französische Qeyras-Runde.










