100 Rifugio Gardetta – Rifugio Fauniera

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Was gelernt

Jeden Tag wird die Landschaft ein bisschen herbstlicher – ebenso wie die Temperaturen. Aber immernoch bin ich in kurzer Hose unterwegs. Obenrum je nach Situation zwischen T-Shirt, Longshirt, DAV Weste, wärmende Jacke.

Ich starte früh, weil für irgendwann am Nachmittag Regen angesagt ist – und es lohnt sich. 1 Stunde nach meiner frühen Ankunft fängt’s an und wird später auch graupelig – aber kein Vergleich zum aktuellen Wintereinbruch in den Nordalpen.

Ich hatte gestern schon Bilder von den bienenkorbartigen Bunkern gezeigt, heute habe ich die Erklärung erhalten, die ich euch gern weitergebe. Mit dem Alpenwall wollte Italien nach dem ersten Weltkrieg die gesamte Grenze nach Norden militärisch befestigen. Es sind also die „gleichen“ Befestigungen wie die in Südtirol. Mal sehen, ob ich das daheim noch vertiefe. Bestimmt bin ich in den letzten Jahren schon ab und zu darauf gestoßen, ohne den Zusammenhang bemerkt zu haben.

Ansonsten ist die Wanderei heute locker, seit längerem ein Tag unter 1.000 Hm hoch und runter. Das tut gut. Ich bin immernoch am Grenzkamm zwischen Maira- und Stura-Tal, in das ich morgen absteigen werde. Genauer gesagt am obersten Ende des Valle Grana (noch ’n Tal), das zwischen den oben genannten liegt.

So, und jetzt hau ich einen raus und lege mich fest – ich bestätige alle Vorurteile: Hier im Piemont gibt es das beste Essen auf der ganzen Tour. Basta.

Ziemlich schmuck, diese Glocken an der Hauswand. Werden sie wohl beim Almabtrieb umgehängt oder bleiben sie an der Wand?
Nach etwa 1,5 Stunden haben sie mich überholt, meine radelnden Holländer, obwohl ich früher gestartet bin und einige Pfad-Abkürzungen nehmen kann.
Die Enduro ist DAS Fortbewegungsmittel beim Herdenmanagement. Die Herden sind in überschaubaren Gruppen über ein relativ großes Gebiet verteilt. Mit der Enduro kann das bewältigt werden. Überhaupt wundert es mich, dass sich Mitte September noch Kühe auf 2.500 m befinden.
Na also, geht doch. Danke, Gämse.
Der Lago della Meja – aber es ist definitiv zu kalt zum Baden heute. Es gibt noch den zugehörigen Rocco, aber den habe ich fotografisch verpasst.
Da sind sie wieder, die Bunker
Der Zugang erfolgt durch einen Stollen von der anderen Seite des Col.
Hier die versprochenen Erläuterungen – Teil 1
… und Teil 2
Plötzlich ein ausgeprägtes Dolinengebiet.
Wer ist schneller beim Rifugio Fauniera? Der Nebel oder ich?
Ich! Sieht aus wie eine Blechhütte und fühlt sich auch so an. Und trotzdem schön, weil so familiär. Ich bin der einzige Übernachtungsgast, aber es sind einige Tagesgäste hier und die Hüttenfamilie wohnt quasi im Gastraum.
Wer kanns lesen? Fausto Coppi, il Campionissimo. Das Rifugio liegt an einer asphaltierten Passstraße. Mehr muss man in Italien nicht sagen.