Gute Beine
Wer ab und zu Leichtathletik oder Langlauf oder so schaut, kennt den Interviewspruch: „Ich habe heute früh gleich gespürt, dass ich heute gute Beine habe.“ Hä? Was bitte sind gute Beine?
Also bei mir war es heute Morgen so, dass ich gleich wusste: Ich hab gute Beine. Trotz vielen Kilo- und Höhenmeter der letzten Tage hab ich einfach gar keine Anstrengung gespürt beim Start. Womit wir bei Folge 2 des Unterwegs-Denkens sind. Ich denke schon viel an mögliche Wehwehchen, Zipperlein, … Davon 90% an den Füßen, der Rest verteilt sich auf Knie, Hüfte, diverses. Das richtig Gute bei mir: Alles verschwindet (bisher zumindest) relativ schnell wieder. Aber jedesmal denke ich: Oh, wenn das jetzt bleibt oder gar schlimmer wird! Geblieben ist bisher nur die Blase am linken kleinen Zeh. Die hat auch echt 2 Tage lang weh getan. Und seit gestern Mittag nicht mehr. Medizinisch voll der Quatsch, aber frei nach Drosten: Die Blase ist in die endemische Phase übergegangen und schmerzt nicht mehr (Autsch). Wieder ernsthaft: So eine Tour macht einem klar, was die Füße uns dauernd durchs Leben tragen und wir, also ich, uns gefälligst ein bisschen mehr uns sie kümmern sollten!
Heute war die erste echte alpine Etappe und hat voll Spaß gemacht. Über 2 Jöcher, interessante Pfade, interessantes meist rotes Gestein (Gipfelnamen wie Goldknotten und Metallspitze sagen alles), viele Seen. Ich gebe zu: Ich habe nicht gebadet. Es war mir zu kühl und mein Zeitplan war eher knapp. Total erhebend war auf dem Sällentjoch der Übergang in die Gletscherwelt des Ortlermassivs.
Jetzt muss ich noch was nachtragen: Dominikus, der Hüttenwirt der Höchsterhütte, ist ein ganz arg Netter. Er macht das seit über 30 Jahren, und man spürt, das es sein Leben ist, sein Sommerleben. Heute morgen, ich hatte den Rucksack auf dem Rücken und wollte mich kurz verabschieden, hat er mich noch zu einem Espresso überredet – und hat in den Espresso eine gelbe zähe Flüssigkeit gekippt. Kennt jemand diese Kombi? Für mich war sie absolut neu.

Blick zurück ins Ultental 
So viele schöne Seen und ich war in keinem drin 
Kann man den roten Fels erkennen? 
Die Wiesen fangen an sich herbstlich zu färben. 
Kurze Zwischenstation Dorigonihütte 
Die basteln da einen Klettergarten. Die schrauben da massenhaft künstliche Klettergriffe rein. Sie echt schräg aus. 
Auf dem Sälentjoch. Die Gletscher kommen nahe. 
Man spürt die Regenfälle der letzten beiden Tage. Die Bäche und Wasserfälle rauschen wieder. 
Ganz viel Sonne-Wolken-Regenmix heute. Die nassen Felsplatten glänzen weit sichtbar. 
Wer kennt den Zufrittsee im Martellertal? Und wer erkennt den schönen Regenbogen vor dem See? 
Voll die Familienidylle 
Kurz mal geben die Wolken den Blick auf die Zufallspitzen frei.